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Landschaft schützen – Hunde anleinen

Natur und Landwirtschaft leiden unter freilaufenden Hunden

„Im Naturschutzgebiet ist es verboten …..Hunde unangeleint laufen zu lassen.“ So steht es unter allen Schildern, die Naturschutzgebiete kenntlich machen. Dass diese Vorschrift massenhaft missachtet wird, kann man jeden einzelnen Tag in den Hennefer Naturschutzgebieten sehen, z. B. in den Grünflächen an der Sieg. Hundebesitzerinnen und -besitzer, die ihren Liebling an der Leine führen, sind die absolute Ausnahme. Das beobachten auch Förster und Jäger ständig.

Aber: „Mein Hund bleibt auch ohne Leine auf dem Weg.“ und „Mein Hund ist auch Natur, der braucht den Freilauf in der Natur, das ist sonst Tierquälerei.“ Hundebesitzer sind, betont freundlich oder auch mit Nachdruck auf die Gesetzeslage angesprochen, sehr schnell mit Argumenten bei der Hand, warum sie ihr Haustier im Naturschutzgebiet frei herumlaufen lassen. Auch immer wieder gern als Konter genutzt: “ Der hat noch nie `nen toten Vogel angeschleppt.“ oder “ Mein Hund kann nichts dafür, dass Sie so`n Hundehasser sind.“

Aber Hunde sind kein Teil der Natur, sie sind Haustiere. Naturschutzgebiete (NSG) wiederum sind geschaffen worden, um wenigstens einen Teil der natürlichen Lebensräume vor dem Zugriff des Menschen zu schützen. Damit die Artenvielfalt dort zur Stabilität unser aller Lebensräume beiträgt. Die Nutzungseinschränkungen im NSG z. B. für Hundeläufer, aber nicht nur für die, sind kein Beleg überbordender Bürokratie, sondern absolutes Minimum dessen, was für die Funktionsfähigkeit natürlicher Prozesse in unseren Landschaften notwendig ist. Zum Beispiel für gesunde Luft und sauberes Grundwasser.

Hunde töten nur sehr selten

Tatsächlich beißen Hunde nur sehr selten Vögel, Amphibien, Reptilien oder Säugetiere tot. Wissenschaftliche Erhebungen darüber liegen nicht vor, hauptsächlich weil es im Versteckten geschieht und Hunde ihre „Beute“ Frauchen oder Herrchen nicht vor die Füße legen, wie Katzen das oft tun. Viel häufiger als Wildtiere zu töten aber tragen nicht angeleinte Hunde in Naturschutzgebieten zu ihrer Entwertung bei und zur erheblichen Störung von Wildtieren. Die flüchten und verlieren – besonders im Winter- viel dringend benötigte Energie/Kalorien. Sie stellen die Nahrungsaufnahme ein, um sich zu verstecken. Oder sie verlassen sogar ihre Jungtiere, egal ob bodenbrütende Vogelarten oder waldbewohnende Säugetiere, die dadurch im Überlebenskampf geschwächt werden. Und ja, manche Kleinstsäuger und z. B. Lurche werden auch gebissen und dann tot oder sterbend liegengelassen. Davon erfährt die Hundefreundin/ der -freund nichts, selbst wenn es nur fünf Meter abseits des Weges passiert.

Und natürlich: Es gibt wirklich die Hunde, die wegen hohen Alters oder ihrer Leibesfülle brav neben Frauchen bzw. Herrchen hertrotten. Unangeleint. Aber auch für sie gilt selbstverständlich das Gesetz, schon allein, damit sich andere Hundebesitzer:innen nicht darauf berufen können.

Übrigens überdüngen freilaufende Hunde auch Naturschutzgebiete und schaden damit der pflanzlichen Artenvielfalt: Belgische Forscher:innen haben in einer langjährigen Feldforschung bei Gent festgestellt, dass die Naturschutzflächen in der Nähe der Wege mit Stickstoff übersättigt waren. Und der stammte eindeutig aus dem Hundeurin, der ja anders als der Kot nicht eingesammelt werden kann. Das klingt nicht nach großem Problem, schließlich ist die Urinmenge nicht grundwassergefährdend. Aber sehr viele NSG sind zum Schutz von Pflanzengemeinschaften eingerichtet worden, die nur bei Stickstoffarmut überleben. Wenn zu viele freilaufende Hunde durch diese NSG laufen, werden die bedrohten Pflanzenarten regelrecht totgepinkelt.

Auch Landwirtschaft leidet

In der Weidelandschaft („Dauergrünland“)kommt noch ein ganz anderes Problem hinzu: Freilaufende Hunde verteilen ihren Kot und damit ihre Keime in der landwirtschaftlichen Kultur oder z. B. auf der Pferdeweide. Die Pathogene mögen den Hund nicht krank machen, aber die Gras oder Heu fressenden Rinder und Pferde sehr wohl. Das ist zwar kein Naturschutzproblem, aber die Hennefer Agenda21-Gruppe bittet alle Hundebesitzerinnen und -besitzer dringend, auch außerhalb der NSG ihre geliebten Vierbeiner nicht auf die Weiden und Äcker laufen zu lassen.“

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