Vorgarten gestern und heute

Kleinere Flächen, größere Aufgaben

Vorgärten spiegeln seit jeher den Zeitgeist wider. Früher dienten sie vor allem der Zierde und der Selbstdarstellung: Blumenbeete, Buchshecken und Rosenbögen prägten das Straßenbild und zeigten den Stil und auch den Stolz der Hausbesitzenden. Mit der zunehmenden Verdichtung in Städten, den immer kleiner werdenden Grundstücken und den wachsenden Anforderungen an moderne Gebäude wandelte sich jedoch das Bild des Vorgartens grundlegend. Die Fläche, die für eine klassische Gartengestaltung zur Verfügung steht, ist oftmals auf ein Minimum reduziert und muss – im Unterschied zu früheren Zeiten – viele Erwartungen erfüllen. Dort soll (möglichst verdeckt) Platz sein für die Mülltonnen, Fahrräder, immer öfter auch für Wärmepumpe und Wallbox, hinzu kommen Briefkasten, Beleuchtung, Zugang zum Haus… Dennoch bleibt der Wunsch nach einem einladenden, grünen Eindruck bestehen – auch auf wenigen Quadratmetern. Im Vergleich zu früheren Zeiten haben die Hausbesitzenden heute jedoch tendenziell weniger Gartenerfahrung und Pflanzenkenntnisse. Uschi App vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL): „Die Gestaltung des Vorgartens und dessen Pflegezustand sind für viele eine große Herausforderung, weil sie nicht wissen, wie sie die verschiedenen Nutzungsanforderungen auf kleinem Raum umsetzen sollen. Daher sind immer mehr Menschen auf Fachkenntnis und Erfahrung angewiesen.“

Expertinnen und Experten für Garten und Landschaft

Gerade bei begrenztem Raum spielt Pflanzenkompetenz eine zentrale Rolle. Eine standortgerechte und durchdachte Bepflanzung sorgt dafür, dass auch kleine Flächen ihren ökologischen und gestalterischen Wert entfalten können. Werden die Anforderungen an Bodenverhältnisse, Lichtverhältnisse und Wasserbedarf der Pflanzen berücksichtigt, zeigen sich mit angepasster Auswahl und geschickter Kombination von Gehölzen, Stauden und Bodendeckern lebendige, pflegeleichte Vorgärten. So entsteht trotz technischer Elemente ein harmonisches Gesamtbild, das den Charakter des Hauses unterstreicht und gleichzeitig einen Beitrag zur Biodiversität und zum Kleinklima leistet. Uschi App: „So wie bei der Gestaltung der Hausfassade Architektinnen gefragt sind, stehen bei der Vorgartenplanung und -gestaltung die Profis aus dem Garten- und Landschaftsbau zur Verfügung!“ Sie kombinieren Pflanzenkompetenz mit technischer und baulicher Expertise. Sie beherrschen die Auswahl der richtigen Pflanzen ebenso wie die Pflasterung des Zugangsweges, die Planung eines stimmigen Lichtkonzepts und den geschickten Einbau der Mülleinhausung.

Gesellschaftliche Veränderung

Ein Phänomen, das in den 1960er Jahren begann und sich bis in die heutige Zeit zieht, ist unbestritten die Individualisierung der Gesellschaft. Jüngere Erhebungen zum Freizeitverhalten zeigen deutlich, dass die Menschen einen Großteil ihrer Freizeit in den eigenen vier Wänden verbringen. Die meisten beschäftigen sich eher mit digitalen Medien als mit Gartenarbeit, eher mit Individual- als mit Mannschaftssport. Der Vorgarten mit Hausbaum und Bank, um dort mit Nachbarinnen zu kommunizieren oder das Straßengeschehen zu verfolgen, ist deutlich weniger gefragt. Nichtsdestotrotz besitzt die Fläche auch weiterhin eine repräsentative Wirkung – das perfekte Bild nach außen wollen viele nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch in den Straßen wahren. Uschi App: „Eine gewisse Zeit galt es daher als schick und modern, den Vorgarten mit einer wurzeldichten Folie abzudecken und eine Schicht Schotter darüber zu legen – in der Erwartung, so eine dauerhaft attraktive Fläche zu erzielen. Ein Irrglaube und Irrweg der Gartengestaltung, der zum Glück überwunden ist.“ Viele Gartenbesitzende legen wieder Wert auf eine lebendige, vielfältige Gestaltung ihrer Gärten. Dahinter steht zum einen das wachsende Bewusstsein, dass auch kleine Beiträge zur Sicherung von Lebensräumen für Pflanzen, Insekten und Vögel wertvoll sind. Zum anderen haben die Hitzesommer und Starkregenereignisse der letzten Jahre gezeigt, dass bepflanzte Flächen kühlen, Versickerung ermöglichen und so Schäden vermeiden. Nicht zu vergessen der ästhetische Aspekt: Lebendig gestaltete Vorgärten in einer Straße oder Siedlung führen zu einer positiven Ausstrahlung. Durch eine gärtnerisch geprägte und abwechslungsreiche Vorgartengestaltung werden auch heute noch ganze Ortsbilder freundlich geprägt. Weitere Informationen und Tipps zur Gartengestaltung sowie die Kontaktdaten zu Profis für Garten und Landschaft in Ihrer Nähe finden Sie unter https://www.mein-traumgarten.de.

BGL

Mit einer individuellen Gestaltung und vor allem einer dem Standort angepassten Bepflanzung wird der Vorgarten nicht nur zu einem Schmuckstück für das Haus und die Straße, sondern zu einem Statement, das auch Gäste und Nachbarn anspricht. Foto: BGL

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