Sinnstiftend, vielseitig, herzlich

Ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sibilla Hospiz

(ul) Fragt man Lea nach ihren schönsten Momenten, ihren „Highlights“, seit Beginn ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) im Sibilla Hospiz in Hennef-Bödingen, schmunzelt sie erst und sagt dann sofort: „Zeit mit den Gästen zu verbringen“. Und während die 20-jährige bei dem Begriff „Highlights“ eben einfach nur in sich hinein lächelt, würden Außenstehende vermutlich erst einmal die Nase rümpfen, wie man denn so einen Begriff in Zusammenhang mit einem stationären Hospiz bringen könne. Aber es gibt sie eben, die vielen schönen und besonderen Momente – es wird viel gelacht im Hospizalltag und auch, wenn das Sterben und der Tod allgegenwärtig sind, so ist es doch ein wunderbar freundlicher, herzlicher Geist, der Gäste wie Angehörige und Besuchende beim Betreten des Sibilla Hospizes empfängt. Und der fing auch Lea Marie Praus im vergangenen Jahr ein, als sie auf der Suche nach einem Platz für ein FSJ war.

Ihr Fachabitur in der Tasche, sollte es auf alle Fälle ein Jahr im sozialen Bereich sein und so schaute sie sich verschiedene Senioreneinrichtungen an, bei denen der Funke aber nicht so recht überspringen wollte. Dann war da auch noch James, ihr junger Colli-Rüde, der gerade eine Ausbildung zum Assistenzhund absolvierte und sie im besten Fall im FSJ begleiten sollte. Ein erstes Bewerbungsgespräch im Sibilla Hospiz brachte dann die Wende. „Hier war es so freundlich und herzlich und beim zweiten Mal zum Hospitieren war sogar James mit und ich konnte gleich mit den Gästen Kuchen backen“, schwärmt Lea. „Es passte einfach, es war toll.“ Und so fing das FSJ im September 2025 an, und nach nunmehr acht Monaten ist Lea noch begeisterter als zu Beginn. „Ich bin ein richtiger Teil des Teams“, freut sie sich und erzählt, dass sie überall dabei sein darf. Ob beim Vorbereiten des Mittagessens, beim Pflaumenentsteinen mit den Hospizgästen, beim musikalischen Rahmen geben bei der Gedenkfeier, beim „Mitlaufen“ in der Pflege oder bei den Aussegnungen, wenn ein Gast verstorben ist und Abschied genommen wird – mittendrin zu sein, sei unglaublich sinnstiftend und gebe ein gutes Gefühl. Dabei könne sie jederzeit alles fragen und bekomme von allen Seiten tolle Unterstützung. „Keine Aufgaben zu haben, fände ich schlimm“, sagt die 20-jährige, und freut sich, wenn sie mit Hund James und einem Gast spazierengehen oder am Bett sitzen und die Hand halten kann.

Doch bei aller Herzlichkeit und Fürsorge durch das Team steht das Begleiten der Menschen auf ihrem letzten Lebensweg in einem Hospiz auch hier im Vordergrund. Und so fließen viele Tränen, es gibt traurige, bedrückende Momente, es wird Abschied genommen von geliebten Familienmitgliedern, von Freunden. Dabei mit dem Tod umzugehen, fiele ihr gar nicht so schwer, sagt Lea, vielmehr sei es schön zu sehen, dass auch nach dem Tod noch respektvoll mit dem Gast umgegangen und dass auch die letzte Zeit immer würdevoll gestaltet werde. Bei den Aussegnungsfeiern dabei zu sein, sei wichtig für sie, weil es ihr beim Abschiednehmen und beim Verarbeiten, dass die Menschen nicht mehr da sind, helfe.

Für Lea ist bereits nach acht Monaten klar, dass sie auch zukünftig gerne in einem Hospiz arbeiten möchte, doch nach dem FSJ steht erst einmal eine Ausbildung im sozialen Bereich an.

Wer sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sibilla Hospiz interessiert, ist herzlich willkommen; denn ab September freut sich das Sibilla-Team wieder über Unterstützung. Nähere Infos zum Sibilla Hospiz Bödingen finden sich unter https://www.sibilla-hospiz.de.

Ansprechnpartner für Anfragen hierzu oder für eine Bewerbung sind Alexandra Dinspel und Thomas Schrewe.

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