(nl) Ein Baum als Symbol für Zusammenhalt – und der Beginn einer neuen Tradition: Beim Dreidörfer-Maifest haben die Orte Allner, Happerschoß und Weingartsgasse eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig Gemeinschaft sein kann.
Im Mittelpunkt steht eine Winterlinde (Tilia cordata), die oberhalb von Weingartsgasse gepflanzt wurde – genau dort, wo sich die Wege der drei Dörfer kreuzen. Verbunden durch einen Rad- und Fußweg, ist dieser Ort wie geschaffen für Begegnung. Warum sich die Dörfer für eine Linde entscheiden haben? Die Linde selbst hat eine lange Geschichte: Früher diente sie als Tanzbaum, Gerichtsbaum oder zentraler Treffpunkt im Dorf. Bis heute steht sie für Gemeinschaft und Beständigkeit und trägt so auch symbolisch den Gedanken des Projektes in sich. Außerdem ist die Winterlinde besonders robust und widerstandsfähig. Mit ihren tiefen Wurzeln kann sie sich langfristig gut an ihre Umgebung anpassen.
Damit der Baum optimale Bedingungen hat, wurde einiges vorbereitet: Eine rund 12 Kubikmeter große Pflanzgrube wurde ausgehoben und mit geeignetem Boden gefüllt. Rundherum entstand eine naturnahe Fläche mit gebietsheimischen Wildstauden und einer Blühwiese. Baumstämme, die von der Stadt Hennef gespendet wurden, dienen als natürliche Begrenzung und zugleich als Sitzgelegenheiten – ein Ort, der zum Verweilen einlädt.
Umgesetzt wurde das Projekt von Tobias Klein von "cum natura – nachhaltige Gartenkonzepte", der sich auch um die Pflege der Stelle in den ersten Jahren kümmert. Gerade in der Anwuchsphase braucht die Linde besondere Aufmerksamkeit: Etwa einmal pro Woche rund 100 Liter Wasser. Unterstützt wird die Pflege durch ein Feuchtigkeitsmessgerät direkt am Baum. Dieses wurde von Heinz Novak gemeinsam mit "Digidings" bereitgestellt und hilft dabei, den Wasserbedarf genau im Blick zu behalten.
Die Idee hinter dem Projekt geht jedoch über das Pflanzen hinaus: Künftig soll hier jedes Frühjahr ein gemeinsames Fest stattfinden, das Menschen zusammenbringt und den Austausch fördert. Schon jetzt zeigt sich, wie gut dieser Gedanke ankommt.
Für ihr Engagement wurden die beteiligten Dorfgemeinschaften im Juli 2025 mit dem Heimatpreis der Stadt Hennef ausgezeichnet – eine Anerkennung für ein Projekt, das verbindet und nachhaltig wirkt.
Das Dreidörfer-Maifest macht deutlich: Wenn Menschen sich zusammentun, kann aus einer Idee Großes entstehen.
