Demokratiebildung: Workshop sensibilisiert für Alltagsdiskriminierung

Unter dem Titel "Sensibilisiert für Alltagsdiskriminierung" luden am 11. April der AWO Ortsverband Hennef und das Bündnis für Vielfalt – Laut für Demokratie zu einem Workshop ein. Referentinnen des Instituts zur Interkulturellen Öffnung (IzIkÖ) und der AWO Akademie Mittelrhein leiteten die Teilnehmenden durch einen intensiven Nachmittag.

Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit der Frage, wie soziale Kategorien unser Denken und Handeln prägen – und warum Vorurteile oft unbewusst entstehen. Die Teilnehmenden erkannten: "Wir alle denken in Schubladen." Soziale Kategorisierungen sind aufgrund der begrenzten kognitiven Kapazität des Menschen unvermeidbar, aber die damit verbundenen Annahmen sind nicht immer wahr. Diskriminierung zeigt sich in benachteiligender Behandlung aufgrund der Zuordnung zu so einer Schublade – oder auch bloß der Annahme einer Zugehörigkeit zu einer Gruppe.

Eindrücklich lernten die Teilnehmenden die Bedeutung von Mikroaggressionen: So können Fragen nach der Herkunft ("Woher kommst du?") oder dem Namen für Betroffene verletzend sein. Sie basieren oft auf unbewussten Stereotypen und sind Teil der Alltagskommunikation, schwer wahrnehmbar und für Betroffene schwer zu thematisieren. Wer nicht davon betroffen ist, kann den Eindruck haben, es sei doch nur eine Kleinigkeit. Erst die ständige Wiederholung führt dazu, dass es so sehr verletzt, wie dauerhaft in einem Mückenschwarm zu stehen.

Die Teilnehmenden hinterfragten auch eigene Privilegien, zum Beispiel die Berücksichtigung religiöser Feiertage oder die Sorge um Jobchancen aufgrund des Alters.

Der Workshop bot Raum für intensive Diskussionen und Auseinandersetzungen mit dem eigenen Blick auf die Welt und eigenen Erfahrungen als Betroffene sowie auch als Täter*in -bis hin zu Ausgrenzungserfahrungen aufgrund von Dialekten. Die Teilnehmenden zogen ein überaus positives Fazit: "Eine gute und lehrreiche Erfahrung für alle." Die Zusammenarbeit wird deshalb für weitere Workshops fortgesetzt und zukünftig auch für die Öffentlichkeit geöffnet.

Der nächste Workshop "Haltung zeigen – reagieren auf menschenfeindliche Sprüche und Parolen" findet am 30. Mai von 13 bis 18 Uhr im Mehrzweckraum des Gemeindezentrum an der Christuskirche, Beethovenstraße 42, 53773 Hennef statt.

Anmeldung: per E-Mail an awo@awo-ov-hennef.de

oder buendnisfuervielfalthennef@gmail.com.

Betroffene von Diskriminierung können Unterstützung von der Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit für den Rhein-Sieg-Kreis erhalten.

Tel.: 02241 26 697 15, E-Mail: ada@kurdische-gemeinschaft.de

- Anzeige -

News

Ähnliche Artikel
- Anzeige -
- Anzeige-