Selbstbestimmt vorsorgen

Warum Patientenverfügung und Vollmachten jeden betreffen

Ein Unfall, eine schwere Erkrankung oder plötzlich eintretende Pflegebedürftigkeit – niemand rechnet damit, von heute auf morgen wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst treffen zu können. Doch genau dann stellt sich eine entscheidende Frage: Wer darf handeln, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist?

Antworten darauf gibt die Veranstaltung „Patientenverfügung und Vollmachten“ mit der Vorsorgeanwältin Sonnenschein-Berger. Der Informationsabend richtet sich ausdrücklich nicht nur an ältere Menschen. Denn Schicksalsschläge können jeden treffen – unabhängig von Alter oder Lebenssituation.

Viele Menschen glauben, Ehepartner oder Kinder dürften automatisch medizinische oder finanzielle Entscheidungen übernehmen. Tatsächlich ist das ohne entsprechende Vollmachten oft nicht möglich. Fehlen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, entscheiden im Ernstfall Ärzte, Gerichte oder fremdbestellte Betreuer über medizinische Maßnahmen, Wohnsituation oder finanzielle Angelegenheiten. Angehörige geraten dadurch zusätzlich unter emotionalen Druck und erleben häufig Unsicherheit oder familiäre Konflikte.

Eine Patientenverfügung hält fest, welche medizinischen Maßnahmen im Ernstfall gewünscht oder abgelehnt werden. Die Vorsorgevollmacht bestimmt hingegen, welche vertraute Person Entscheidungen treffen darf – etwa bei Bankgeschäften, Behördenangelegenheiten oder Gesundheitsfragen. Ohne diese Dokumente kann ein gerichtliches Betreuungsverfahren notwendig werden, das Zeit kostet und nicht immer den persönlichen Vorstellungen entspricht.

Die Veranstaltung zeigt verständlich und praxisnah, wie rechtzeitig Vorsorge getroffen werden kann und welche Fehler häufig gemacht werden. Teilnehmer erhalten wichtige Informationen darüber, wie sie ihre Selbstbestimmung sichern und gleichzeitig Angehörige entlasten können.

Denn Vorsorge bedeutet nicht, mit dem Schlimmsten zu rechnen – sondern Verantwortung für sich selbst und die Menschen zu übernehmen, die einem nahestehen.

Dienstag, 9. Juni, um 19 Uhr im Pfarrsaal St. Simon und Judas, Hennef, Karol-Wojtyla-Platz 1

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