Das 19. Theater- und Künstlerfestival begeistert mit tollen Auftritten
Endlich hieß es am vergangenen Donnerstag wieder: „Vorhang auf!“ für junge Akteure, denn die Richard-Schirrmann-Schule, Förderschule des Rhein-Sieg-Kreises, lud bereits zum 19. Mal zu ihrem traditionellen und ganz besonderen Theater- und Künstlerfestival ein. Wie schon in den letzten Jahren wurde das Festival in Kooperation mit der Gesamtschule Hennef-West durchgeführt und bot so allen kleinen und großen Zuschauerinnen und Zuschauern in der Aula der Gesamtschule Platz.
Das Theater- und Künstlerfestival hat sich im Rhein-Sieg-Kreis mittlerweile fest etabliert und ist in vielen Schuljahresplanern ein gesetzter Termin. Charmant und herrlich erfrischend durch den vielfältigen Vormittag führten dabei Dorothee Witt und Agnes Wübbe von der Richard-Schirrmann-Schule, musikalisch wurde das abwechslungsreiche Programm durch Thomas Bungart von der Gesamtschule Hennef-West unterstützt.
Unter dem Titel „Hör endlich auf zu jammern!“ hatte der Darstellen und Gestalten Kurs des 8. Jahrgangs der Gesamtschule Hennef-West eine Choreografie erarbeitet, in der sich die Schüler*innen mit unterschiedlichen Situationen auseinandersetzen, in denen Menschen typischerweise „jammern“. Verbunden mit dem Vorhaben, sich von den ewig gleichen Beschwerden nicht negativ beeinflussen zu lassen und diesen selbstbewusst und positiv entgegenzutreten. Nämlich miteinander, anstatt gegeneinander!
Die GGS Gartenstraße kam mit zwei Liedern im Gepäck. Das erste Lied „Kawuras der Krebs“ kommt ursprünglich aus Griechenland. Es handelt von einem Krebs, der so gute Laune hat, dass er tanzen möchte – eine Qualle steckt er auch noch an. Im Refrain heißt es „Ja, der Krebs will heute tanzen. Durch den Sand und durch die Nacht. Kawuraski, Karuwaki, Kawurina, Kawuras“. Das zweite Lied versteckte am Anfang ein kleines Rätsel, denn man fragte sich, welcher Bär wohl in einer Tüte lebt?
Aufregend ging es in den Mäppchen der Känguru-Klasse der KGS Hennef weiter: Die Buntstifte führten hitzige bis witzige Diskussionen darüber, wer die Sonne malen darf, warum Blau eine Pause brauche und der Bleistift meinte, der wichtigste Stift von allen zu sein. Da kann nur Ratzi, der Radiergummi, helfen, um alle wieder für ein gemeinsames Bild zusammenzubringen.
Im Beitrag des Darstellen und Gestalten Kurses der Klasse 8 der Fritz-Bauer-Gesamtschule ging es inhaltlich um den Song „Bohemian Rhapsody“ von Queen, der als eine Art modernes Höhlengleichnis einen theatralen Kontext erhielt. Zentral war dabei das heutige „Gefangensein“ in Social Media und die damit verbundenen Erwartungen. Daneben tauchte Scaramouche auf, der auf der Suche nach einem Weg heraus letztlich den Kampf gegen sich selbst gewann.
Die Kastanienschule Hennef erschien mit ihrem Chor der Stufe 3/4, geleitet von Anke Bette. Das Publikum durfte sich auf die drei Lieder „This is me“, „Verliebt in mich“ und „Weil wir sind“ freuen. Die Stücke erzählten von einer Reise, vom Zweifel und dem Wunsch, jemand anderes zu sein, vom Mut, zu sich selbst zu stehen und von wachsendem Selbstvertrauen. Gleichzeitig stellten sie auch die Frage, warum sich so vieles um das eigene Ich drehe und was passiere, wenn wir den Blick wieder mehr aufeinander richten würden. Die Kinder erlebten, wie wichtig es ist, an sich selbst zu glauben und wie aus vielen einzelnen Stimmen ein starkes Wir entsteht.
Die Gruppe „Shadows“ der Richard-Schirrmann-Schule brachte gemeinsam mit den Raben & den Flamingos Bewegung auf die Bühne. Mit einer Mischung aus Breakdance, sportlichen Elementen, Tanz und Seilspringen zeigten sie Teamgeist, Kreativität und Energie. Die Performance erzählte ohne viele Worte, was uns stark macht: Zusammenhalt, Mut und Spaß an Bewegung.
Die zwölf Schülerinnen und Schüler der Berufspraxisklasse der Förderschule Rossel sorgen zudem mit ihrem Tanz für „Gute Laune überall“. Tänzerisch ging es auch mit der Schule am Rotter See weiter. Die Mädchengruppe hatte sich etwas ganz Besonderes überlegt: Einen Schultanz. Mittlerweile tanzen alle Schülerinnen und Schüler der Schule diesen Tanz.
Die Idee des Theater- und Künstlerfestivals entstand ursprünglich aus dem GÖS-Programm (Gestaltung und Öffnung von Schulen) aus dem Jahre 2000. Dabei ist der Aspekt der Öffentlichkeit für dieses schul- und schulformübergreifende Festival besonders wichtig. Schüler und Schülerinnen unterschiedlicher Schulformen begegnen sich im gemeinsamen Gestalten eines Festivals und erfahren, dass ihre Darbietungen auch außerhalb der eigenen Schule auf Interesse und Anerkennung stoßen. Für viele Schüler und Schülerinnen ist das Festival der erste Berührungspunkt mit einer kulturellen Veranstaltung überhaupt.
