Evangelisches Leben weiter entwickeln
Der Evangelische Kirchenkreis An Sieg und Rhein gestaltet weiterhin kirchliche Aktivitäten proaktiv angesichts veränderter Rahmenbedingungen und stellt sich mit innovativen Ideen für ein zukunftsfähiges evangelisches Leben auf. Die Kreissynode, die entscheidende Versammlung des Kirchenkreises, befasst sich auf ihrer Tagung am Samstag, 13. Juni, in Herchen mit verschiedenen Formen von neuen, engeren Kooperationen in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Gemeindearbeit und in der kirchlichen Verwaltung.
Konkret stehen Beschlüsse auf der Tagesordnung, die neue Formen der Zusammenarbeit der Ebenen Kirchengemeinde und Kirchenkreis erlauben. Die „Zukunft des Pfarrdienstes“ lautet der Titel des Vortrags des Superintendenten von Dinslaken, David Bongartz. Der Theologe berichtet über die Anbindung von Pfarrstellen auf Kirchenkreisebene. Bisher sind rechtlich die Gemeinden Anstellungsträger. Im weiteren Sinn geht es in dem Vortrag um Fragen der neuen Ausrichtung des Pfarrdienstes. Superintendentin Almut van Niekerk eröffnet damit das gemeinsame Nachdenken. „Wir müssen gemeinsam abwägen und dann entscheiden, welche Schwerpunkte wir zukünftig setzen. So geht evangelisch.“
Eine Vorlage an die Kreissynode thematisiert die Möglichkeit einer zentralen Anstellung von gemeindlichen Jugendleiterinnen. Solche übergemeindlichen Anstellungen sollen die evangelische Kinder- und Jugendarbeit vor Ort stärken. Praktisch wird eine Lösung vorgeschlagen, bei der die Gemeinden weiterhin die inhaltliche Arbeit bestimmen, während die arbeitsrechtlichen Aspekte über das Evangelische Jugendwerk Sieg • Rhein • Bonn bzw. den Kirchenkreis organisiert werden.
Auch das Miteinander der Gemeinden ist Thema der Kreissynode. Ihr liegt ein Vorschlag vor, wonach die sog. Kooperationsräume neu zugeschnitten werden sollen, ohne dass Gemeinden deshalb fusionieren müssen. Bereits seit zwölf Jahren kooperieren die evangelischen Kirchengemeinden an Sieg und Rhein – bislang in neun Kooperationsräumen, in Zukunft in fünf, wenn die Synode so beschließt. Das Konzept der Kooperationsräume steht für ein attraktives aktives Gemeindeleben – vergrößert und verbessert um die jeweilige regionale Nachbarschaft. Vorausschauend berücksichtigt werden die rückgehenden Zahlen von Mitgliedern und Pfarrpersonen. Die Pfarrstellen werden langfristig und fair unter den Gemeinden verteilt.
Die Nachbarkirchenkreise kommen bei einem weiteren Tagesordnungspunkt in den Blick: Zusammen mit den Evangelischen Kirchenkreisen Bonn und Bad Godesberg-Voreifel soll der „Verwaltungsverband Rheinland-Mitte“ gegründet werden. Mit anderen Worten: Die drei Kirchenkreise sollen eine gemeinsame Verwaltung bekommen – mit Sitz in Siegburg und einem zweiten Standort Bonn. So sieht es die Satzung vor, die der Kreissynode zum Beschluss vorliegt.
Die Kreissynode mit ihren rund 130 stimmberechtigten Mitgliedern setzt sich aus Pfarrpersonen sowie den nichttheologischen Vertreterinnen der Gemeinden zusammen. Die Tagung am Samstag beginnt um 9 Uhr mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Evangelischen Kirche, Siegstraße 35, 51570 Windeck-Herchen. Für die anschließenden Beratungen versammeln sich die Synodalen in der Aula des Bodelschwingh-Gymnasiums Herchen, Bodelschwinghstraße 2. Kreissynoden tagen öffentlich.
Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein
