Autorenlesung und Kreativ-Schreib-Workshop am Hennefer Kunstkolleg

Mit dem vielfach ausgezeichneten Autor und Regisseur Christian von Aster

Das Hennefer Kunstkolleg – kreative Gesamtschule und Berufliches Gymnasium für Gestaltung – freute sich am Freitag, 3. Juli, auf einen ganz besonderen Gast: Autor und Regisseur Christian von Aster war für eine Lesung und einen Schreibworkshop zu Gast. Zunächst las er für die Klassen 5 und 6 spannende Auszüge aus seinen Büchern „Der Nichtnutz“ und „Felix – oder: Früher hießen Tauben anders“. Im Anschluss stellten die Schülerinnen und Schüler viele schlaue, interessierte Fragen – kein Wunder: Wann hat man schon mal die Gelegenheit, sich mit einem echten Schriftsteller zu unterhalten? Im Anschluss gab Christian von Aster einen Workshop, an dem schreibbegeisterte Kinder teilnehmen und eigene Ideen zu Papier bringen durften. Mit hilfreichen Tipps des Autors entstanden so viele tolle Texte, bei denen so manches große Talent hervorblitzte.

Zum Autor

Christian von Aster wurde 1973 geboren und studierte Kunst und Germanistik. Er ist nicht nur als Schriftsteller erfolgreich, sondern arbeitet auch als Regisseur, Drehbuchautor und Zeichner von Comics. Besonders aktiv ist er in den Bereichen Fantasy, Satire, Gothic – er veröffentlichte aber auch zahlreiche Kinderbücher (u. a „Abraxas: Ein Krähenmärchen“, „Eine Socke namens Rechts“, „Der kleine Golem“). Für seine Romane wurde er mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem „Seraph“, der als genrespezifischer Literaturpreis für deutschsprachige Phantastik-Literatur auf der Leipziger Buchmesse vergeben wird. Er kooperierte ebenfalls mit Musiker und Künstler Bela B. (Die Ärzte), Autor Boris Koch uvm. 2018 begann er sein Projekt zum Thema Märchen unter dem Namen „Märchen Gestalten Leben“, das stetig wächst.

Interview

Was ist das Tolle am Schreiben und Literatur?

Ich schreibe ja tatsächlich am liebsten Nichtnurkinderbücher, die auch eine Ebene für Erwachsene haben, finde aber das Besondere, Spannende und Wichtige am Schreiben für Kinder, Begeisterung für und Spaß an Literatur zu wecken. Mit meinen Workshops möchte ich zudem zeigen, dass Literatur etwas zum Mitmachen und Selbermachen, ein Werkzeug der Selbstermächtigung und der Kommunikation, wenn nicht gar Mentalhygiene ist, das spielerisch hilft, die Welt, sich selbst und andere besser zu verstehen und andere Sichtweisen zu erlernen.

Was ist das Besondere an der Arbeit mit Kindern?

Im Optimalfall die Aufgeschlossenheit und Neugier der Kinder, die aufgrund ihrer Unvoreingenommenheit eine vollkommen andere Qualität als bei Erwachsenen hat und damit nicht selten zu Ergebnissen führt, die mich staunen lassen. Vor allem, weil vieles nicht vorhersehbar ist und Kinder, wenn sie einen eigenen Zugang zum Schreiben finden, sich oft völlig anders verhalten, als man es vermutet hätte. In der Regel staune ich bei der Arbeit mit Kindern sehr viel. Wobei es nicht immer nur ein gutes Staunen ist.

Wie ist es zu Ihrem Besuch am Kunstkolleg gekommen und wie wichtig sind kreative Schulkonzepte, die Kunst und Kreativität fördern?

Ans Kunstkolleg hat mich vor allem die Tatsache verschlagen, dass ich schlecht ‚Nein` sagen kann, wenn die richtigen Menschen mir Ideen unterbreiten und dass ich, weil das Schreiben für mich selbst sehr sinn- und identitätsstiftend war, diesen Funken immer gern an jungen Menschen weiterzugeben versuche. Was kreativitätsorientierte Schulprojekte angeht, erachte ich diese als wichtig genug, dass ich mich noch heute gräme, von meinen Eltern nie in einem solchen untergebracht worden zu sein.

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