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Hennef

Eine Wanderung voller Highlights

Wanderung des SSV Happerschoss vom 17. Dezember

Zehn Wanderfreundinnen und Wanderfreunde trafen sich um 10.30 Uhr in Bergisch Gladbach-Moitzfeld.

Die Wettervorhersage versprach nachmittags viel Sonne und ganztägig eine sehr geringe Regenwahrscheinlichkeit. Zunächst war es aber wolkig und recht frisch. Man kann auch sagen: „Ideales Wanderwetter“.

Am Rande der Kölner Bucht wanderten wir bei guter Fernsicht nach Bensberg. Hier passierten wir das Bergische Museum, ein Freilichtmuseum mit viel altem Fachwerk, mitten in der City. Kurz danach standen wir vor den prachtvollen Resten der mittelalterlichen Stadtmauer, die eine Interessante Kombination mit einem modernen Stahlbetonbau einging.

Ein paar Minuten später erreichten wir den Haupteingang des Bensberger Schlosses. Dieses kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Schloss nacheinander von amerikanischen, britischen und belgischen Stationierungsstreitkräften genutzt, bevor es 1997 in den Besitz der Generali-Versicherungen kam. Diese bauten es zum 5 Sterne-plus-Hotel um. Eines der Restaurants weist immerhin 2 Sterne auf.

Weiter ging es in das Milchborntal, das wir aber nach wenigen hundert Metern schon wieder verließen. Wir steuerten den nächsten Aussichtspunkt, jetzt mit Schlossblick, an. Kurze Zeit später kamen wir zum „französischen Friedhof“. Hier steht ein Gedenkkreuz zur Erinnerung an die Napoleonischen Kriege, als das Schloss zum Lazarett umfunktioniert wurde. Einige 1.000 französische Soldaten liegen hier in Massengräbern, meist an Typhus verstorben.

Und nur einen Steinwurf entfernt erreichten wir den „österreichischen Friedhof“. 20 Jahre vor Napoleon hatten im Schloss die Österreicher ebenfalls ein Lazarett eingerichtet. Auch hier wütete der Typhus.

Kurz danach stiegen wir in die ehemalige Grube Cox.

Von 1969 bis 1985 wurde hier im Tagebau Dolomit abgebaut (der Stein, aus dem die Dolomiten bestehen). Das muss hier schlimm ausgesehen haben. Aber schon 1996 wurde aus der ehemaligen Grube ein Naturschutzgebiet. Und das hat sich gelohnt. Urige Wege führten uns an vier wunderschönen Seen vorbei.

Auf den folgenden vier Kilometern genossen wir „nur“ den schönen Wald mit ganz wenigen Borkenkäfer-Schäden.

In Kaltenbroich, einer alten Bergarbeitersiedlung mit viel Fachwerk, machten wir am ehemaligen Dorfwäscheplatz eine ausgiebige Rast.

Kurz dahinter ging es über offenes Gelände 50 Höhenmeter recht steil bergauf, bevor wir unser nächstes Highlight erreichten: einen fantastischen Blick auf Köln, mit Dom und allem, was dazu gehört.

Wenig später nahm uns wieder der Wald auf. Die Gegend wurde nun immer urwüchsiger, einen Bach haben wir ohne nasse Füße überquert und standen schließlich vor dem dunklen Eingang der „Bärenhöhle“.

Leider haben dort nie Bären gehaust. Vielmehr ist die Höhle künstlich angelegt und wurde als Sprengstofflager der nahen, ehemaligen Erz-Grube Georg genutzt.

Fünf Minuten später kamen wir zum Steiger-Haus, das seit 1958 von den Naturfreunden umgebaut und betrieben wird. Hier kehrten wir zu Mittag ein.

Über Milchborntalweiher, Kadettenweiher und Jungfrauenweiher kamen wir nach Moitzfeld zurück. Zwischendurch machten wir an den Resten der Erdenburg einen kurzen Halt. Hier sieht man noch mehrere Ringwälle, die um 10 vor Chr. als Fliehburg gebaut worden sind.

Insgesamt bewältigten wir gut 15 km und 280 Höhenmeter.

Die nächste Wanderung des SSV Happerschoss findet am 7. Januar 2024 statt. Jeder ist zum „Schnupperwandern“ herzlich eingeladen. Hinweise zu den Anforderungen finden Sie im Internet unter https://www.ssv-happerschoss.de/wandern

Peter Sperber

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