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Hennef

Fluglärmbelastung der Stadt höher als angenommen

Landesamt für Natur- Umwelt und Verbraucherschutz (LANUF) legte Neuberechnung für Fluglärm vor

Was die Zuständigen bei der Stadt Hennef in ziemliches Erstaunen versetzte, wird bei den betroffenen Hennefer Bürgern sicher ein Gefühl auslösen, das irgendwo zwischen ungläubigem Nichtverstehen, Verärgerung und gelindem Entsetzen angesiedelt ist: Die u. a. für Lärmimmissionen zuständige Landesbehörde (LANUF) hat 2023 noch einmal genau nachgerechnet und dafür ein neues, offenbar viel genaueres Rechenmodell verwendet, als sie dies noch sechs Jahre zuvor (2017) benutzt hatte. Herausgekommen ist, dass die Fluglärm-Belastungszahlen, insbesondere für das Gebiet der Stadt Hennef, in kaum glaublichem Maße unterschätzt worden sind. So beträgt die Fläche, die durch eine Fluglärm-Immission (Dauerschallpegel L-DEN gleich oder größer als 55 Dezibel) belastet ist, in Wirklichkeit 24,6 Quadratkilometer und ist damit zweieinhalb mal größer als noch 2017 errechnet. Das bedeutet, dass sich dadurch urplötzlich viele Bewohner im südöstlichen Stadtgebiet ganz offiziell innerhalb der erheblich durch Fluglärm belasteten Gebietszone wiederfinden.

Noch gravierender hat sich die Anzahl der durch erheblichen Nachtfluglärm (Dauerschallpegel L-NIGHT gleich oder größer als 50 Dezibel) belasteten Anwohner verändert: Sie erhöhte sich von 2.260 auf nunmehr 16.141 und ist real also mehr als achtmal größer als 2017 angegeben. Zwar ist inzwischen die Zahl der Nachtflüge über der Stadt Hennef leicht (+2 Prozent) angestiegen. Das kann jedoch keinesfalls die gewaltige Erhöhung der Belastungszahlen auch nur annährend erklären. Der Grund kann also nolens volens nur darin begründet sein, dass das früher verwandte Berechnungsmodell große Mängel aufwies.

Am 1. Februar hält die Stadt Hennef einen Bürger-Informationstag aus Anlass der für 2024 anstehenden Aktualisierung des Lärmaktionsplans in der Stadtverwaltung ab. Zwischen 14 und 17.30 Uhr können interessierte Bürger dann auch Fragen zum Fluglärm an einen anwesenden Experten der Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln/Bonn stellen.

Es wäre wünschenswert, diese Fragen schon vorab per E-Mail anzureichen, so dass dann eine fundierte Antwort erfolgen kann; E-Mailadresse: schumacherhelmut@gmx.de.

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